Universität Rostock, Institut für Volkswirtschaftslehre, Lehrstuhl für Angewandte Makroökonomie, 18.07.2025
https://doi.org/10.18453/rosdok_id00004880
Abstract: Hohe Ausbildungsabbrecherquoten stellen bei gleichzeitig steigendem Qualifizierungsanspruch eine drängende Herausforderung für den Einzelnen und die Gesellschaft dar. Berufsorientierung sollte dem einzelnen Ausbildungsinteressierten bei einer guten und dauerhaften Wahl der Berufsausbildung helfen und so die Abschlussquote erhöhen. Diese Untersuchung geht der Frage nach, ob durch Berufsorientierung eine Erhöhung der Abschlussquote in den beruflichen Schulen tatsächlich eintritt. Dazu wird die mittlere Höhe dieser Abschlussquote in Mecklenburg-Vorpommern von 1992 bis 2024 vergleichend zwischen Phasen verschiedener Berufsorientierung getestet. Die Berufsorientierung wird dabei durch fünf Maßnahmen (Schülerbetriebspraktikum, Berufswahlpass, Berufswahlsiegel, modularisierte Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM) und ”Mission ICH“) an allgemeinbildenden Schulen repräsentiert. Die zeitvergleichenden Tests der mittleren Höhe der Abschlussquote in beruflichen Schulen zeigen eine leichte Erhöhung der Abschlussquote bei den BOM-Modulen und umfangreiche und signifikante Erhöhungen der Abschlussquote bei den drei Maßnahmen Schülerbetriebspraktikum, Berufswahlpass und Berufswahlsiegel. Eine nach Arten beruflicher Schulen aufgegliederte Analyse spezifiziert diese positive Wirkung genauer. Zur Erhöhung der Abschlussquote in den beruflichen Schulen sollte die Bildungspolitik die Berufsorientierung weiter gezielt betreiben und damit die menschliche Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft befördern.
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