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Lina Charlotte Hollenbach

Trainingsempfehlungen für Patienten mit Chronisch Myeloischer Leukämie auf Grundlage der Symptombelastung und unter Berücksichtigung ihrer Bewegungspräferenzen

Universität Rostock, Dezember 2024

https://doi.org/10.18453/rosdok_id00005474

Abstract: Die Sport- und Bewegungstherapie als supportiver und präventiver Ansatz hat in der Behandlung onkologischer Patienten in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Dies basiert auf einer starken Evidenz positiver Effekte von körperlicher Aktivität, darunter Symptomlinderung und die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (QoL). Neben allgemeinen Trainingsempfehlungen speziell für Krebsüberlebende existieren für einzelne Entitäten bereits spezifische Empfehlungen. Diese können jedoch aufgrund großer Unterschiede zwischen den Entitäten im Hinblick auf Therapieoptionen sowie krankheits- und therapieassoziierten Symptomen, selten eins zu eins übertragen werden. Ob und von welchen Trainingsmaßnahmen Patienten mit Myeloproliferativen Neoplasien (MPN) profitieren, ist bislang unzureichend untersucht und daher aktuell nicht Teil der Behandlungs-Leitlinie. Die Chronisch Myeloische Leukämie (CML) ist gekennzeichnet durch das sogenannte „Philadelphia-Chromosom“, einem durch reziproke Translokation zweier Chromosomen entstandenen onkogenen BCR::ABL-Fusionsgen, welches zu einer konstitutiv aktiven Rezeptortyrosinkinase mit unkontrollierter Blutzellproliferation führt und unter den MPNs eine Besonderheit darstellt. Aktuell gibt es keinen medikamentösen kurativen Therapieansatz zur Behandlung der CML. Durch den Einsatz von Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) konnte die Mortalität so weit gesenkt werden, dass sich die Lebenserwartung an die der Normalbevölkerung angeglichen hat. Die Prävalenz steigt somit stetig an. Obwohl immer häufiger erfolgreiche TKI-Absetzversuche zu einer funktionellen Heilung führen, ist bei einem Großteil der Fälle eine lebenslange Einnahme von TKIs für eine Krankheitsremission notwendig. Sowohl die Therapie mit TKIs als auch die CML selbst können mit einer ausgeprägten Symptomlast, mit Auswirkungen auf die QoL, einhergehen. Zielgerichtete körperliche Aktivität (= Sport) könnte folglich ein nicht-pharmakologischer Ansatz sein, um die Symptomlast zu senken und die QoL von CML-Patienten zu verbessern. Mit dem Ziel erstmals spezifische Trainingsempfehlungen für CML-Patienten zu erarbeiten, wurde im Rahmen der multizentrischen „OSHO #97-Studie“ eine einmalige Patientenbefragung durchgeführt. Neben demografischen und klinischen Parametern wurden speziell die krankheits- und therapieassoziierten Symptome sowie die Trainingspräferenzen erfasst. Auf Basis der Ergebnisse (212 CML-Patienten) und unter Berücksichtigung der aktuellen Evidenz wurden mittels integrativer Entscheidungsfindung in einem multiprofessionellen Team Trainingsempfehlungen für CML-Patienten abgeleitet. Im Fokus standen dabei die Hauptsymptome Fatigue, Knochen-/ Muskelschmerzen und Hauterscheinungen. Auffällig war der große Anteil übergewichtiger CML-Patienten, wobei unklar war, wie hoch der Anteil therapieinduzierter Gewichtszunahmen war. Die Trainingsempfehlungen umfassen im Wesentlichen ein mindestens zweimaliges, kombiniertes Kraft-Ausdauertraining mit moderater Intensität pro Woche. Die anfangs empfohlene Trainingsdauer von 30 Minuten sollte, wie auch die Intensität, im Verlauf progressiv gesteigert werden. Übergewichtigen CML-Patienten wird ein Hypertrophietraining und der Einsatz gelenkschonender Bewegungsformen empfohlen. Speziell für Sportanfänger eignet sich zum Trainingseinstieg der Zeitpunkt der hämatologischen Remission, welcher bei Therapieansprechen etwa drei Monate nach Therapiebeginn eintritt. Die vorliegenden Trainingsempfehlungen für CML-Patienten bieten eine exzellente Grundlage für zukünftige interventionelle Studien zur Evaluation der Umsetzbarkeit, Sicherheit und Effektivität des Trainings.

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